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Wo sind eigentlich Weilheims Defizite? – Es fehlt an Nachhaltigkeit im politischen Handeln!

Diese Woche fand in der Stadthalle auf Einladung des heimischen Gewerbeverbandes die erste Podiumsdiskussion der Weilheimer Bürgermeisterkandidat*innen statt. Am Ende resümierte der Gastgeber, es seien „keine großen Defizite in Weilheim festzustellen“.

Mit Verlaub, ich komme zu einem gänzlich anderen Urteil! Wir haben uns zwei Stunden lang intensiv über die sehr wohl vorhandenen Defizite ausgetauscht. Ich habe schon in meiner Kurzvorstellung zu Beginn klargemacht, was ich in der Weilheimer Stadtpolitik vermisse: Nämlich die Nachhaltigkeit im politischen Handeln, den Willen, die Herausforderungen der Zukunft konsequent anzugehen!

Hier ein Auszug aus meiner Kurzvorstellung:

„Mein Name ist Manuel Neulinger, ich bin Bürgermeisterkandidat der Weilheimer Grünen. Ich bin 41 Jahre alt und von Beruf Wirtschaftswissenschaftler. Ich arbeite in München und darf somit täglich mit der schönen Werdenfelsbahn pendeln. Geboren bin ich in Weilheim, war zwischenzeitlich länger weg und bin aber mit meiner Familie vor einigen Jahren wieder zurück in die Heimat gekommen. Wir haben zwei kleine Kinder, die in Weilheim in den Kindergarten bzw. in die Grundschule gehen. Ich kann Ihnen sagen, wir alle fühlen uns hier sehr sehr wohl!

Im Grunde also alles perfekt? – Ja, wenn da nicht die Weilheimer Stadtpolitik wäre… Denn da fehlt mir etwas Entscheidendes, gerade als Vater von kleinen Kindern: Und das ist die Nachhaltigkeit im politischen Handeln, der Wille, die Herausforderungen der Zukunft anzugehen.

Nachhaltigkeit ist bei mir weit gefasst.

Das fängt 1. beim Klimaschutz an, wo wir bisher in Weilheim wenig erreicht haben und uns auch jetzt nur schleppend bewegen. 2. beim Thema Mobilität. Jahrzehntelang haben wir Straßen um Straßen gebaut und dabei kaum etwas getan, um auch die Alternativen zu fördern, zum Beispiel die Bahn. Und jetzt soll wieder eine neue Straße das Allheilmittel sein. Man beschwert sich gerne über die vielen sogenannten Elterntaxis… Dann lasst uns endlich sichere Radwege bauen, und es werden mehr Schüler mit dem Fahrrad fahren! Das betrifft übrigens nicht nur die Kinder. Auch ältere Menschen wollen gefahrlos und bequem auf dem Radl, zu Fuß oder vielleicht irgendwann auch mit dem Gehwagerl durch die Stadt kommen.

3. Nachhaltigkeit bedeutet für mich auch eine gesunde Wirtschaftsstruktur. Wir haben das Glück, dass wir hier nicht von einigen wenigen Großunternehmen abhängig sind. Diese Struktur möchte ich bewahren und ausbauen. Gerade auch Sie, die Selbständigen und Freiberufler, die uns heute hier eingeladen haben, sollten gute Standortbedingungen vorfinden. Ich möchte eine lebendige Fußgängerzone mit einem vielfältigen Einzelhandel, und keine Neuansiedlung von Discountern auf der grünen Wiese. Ich bin für eine Weiterentwicklung dieser Stadt, aber eine die behutsam erfolgt und mit Augenmaß!

Meine Vision für Weilheim ist eine lebens- und liebenswerte Stadt für alle Generationen. Ich finde, dass wir da auch für unsere Kinder und Jugendlichen noch mehr tun sollten.

Meine Kolleginnen und Kollegen Kandidat*innen haben eines gemeinsam: Sie sind alle schon mehr oder weniger lang im Stadtrat bzw. im Rathaus. Ich nicht, und das sehe ich als Vorteil an. Denn so bin ich von allen bisherigen Scharmützeln der Weilheimer Stadtpolitik gänzlich unbelastet. Liebe Weilheimerinnen und Weilheimer, ich möchte gerne gemeinsam mit Ihnen unsere Zukunft in dieser Stadt gestalten. Wenn Sie mich im März zum Bürgermeister wählen, dann verspreche ich Ihnen, dass ein frischer, belebender Wind ins Weilheimer Rathaus einziehen wird!“