Drücke "Enter", um den Text zu überspringen.

Klimaschutz und Energiewende

Der Mensch hat mit der Industrialisierung in den letzten 200 Jahren einen Klimawandel verursacht, dessen Folgen bereits jetzt deutlich zu spüren sind, auch hier in Weilheim. Man denke nur an die häufigen Wetterextreme der letzten Jahre, die heißen und trockenen Sommer, unter denen Bäume und Pflanzen und auch viele Tiere gelitten haben, die Ausbreitung des Borkenkäfers und des Buchsbaumzünslers – man könnte an dieser Stelle die Aufzählung beliebig fortsetzen. Das Schlimme ist: Was wir heute bereits an Auswirkungen des Klimawandels erleben, sind nur Vorboten, vergleichbar mit dem Wetterleuchten eines aufziehenden Gewitters. Das eigentliche Unwetter steht uns erst noch bevor: Die größten Auswirkungen aller Treibhausgasemissionen treten wegen der „Trägheit“ der Erdatmosphäre erst mehrere Jahrzehnte später auf. Vereinfacht gesagt ist der Klimazustand, den wir jetzt erleben, in erster Linie die Folge der Treibhausgase aus dem 20. Jahrhundert. Gleichzeitig haben wir aber weltweit seit 2000 praktisch jedes Jahr mehr Emissionen erzeugt, deren Konsequenzen wir und vor allem unsere Kinder und Enkelkinder erst noch zu spüren bekommen werden.

Vor diesem Hintergrund ist es zu verstehen, warum wir heute tatsächlich von einem „Klimanotstand“ sprechen müssen. Wenn wir die im Weltklimavertrag von 2015 beschlossenen Ziele erreichen und den Anstieg der Temperatur auf 1,5 bis maximal 2 Grad begrenzen wollen, ist es jetzt höchste Zeit zu handeln und den Ausstoß klimaschädlicher Gase so schnell und so stark wie möglich zurückzufahren. Gleichzeitig müssen wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, bereits ausgestoßene Gase wieder „einzufangen“. Zum Beispiel, indem wir Wälder aufforsten, Moore renaturieren und wachsen lassen und Techniken einsetzen, mit denen wir CO2 und andere Klimagase aus der Luft aufnehmen und in unschädlicher Form lagern oder wiederverwerten können. Letzteres steckt allerdings noch in den Kinderschuhen und reicht bei weitem nicht aus; man darf sich in dieser Hinsicht vom technologischen Fortschritt nicht zu viel erwarten.

Global denken – lokal handeln. Als gläubiger Christ bin ich zutiefst davon überzeugt, dass wir die moralische Pflicht und Verantwortung haben, unsere Erde und ihre Schöpfung zu bewahren und für unsere Nachkommen in einem lebensfreundlichen Zustand zu erhalten. Dafür müssen wir auch auf der kommunalen Ebene unser Möglichstes tun. Und das muss deutlich mehr sein als bisher.

Als Bürgermeister werde ich mit voller Kraft Klimaschutz, erneuerbare Energien und sanfte Mobilität in Weilheim vorantreiben!